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Neue Welt & Altes Wissen
Wie Amerika zu seinem Namen kam
Eine Ausstellung mit Kostbarkeiten der Historischen
Bibliothek Offenburg
Museum im Ritterhaus & Stadtbibliothek Offenburg
bis 1. April 2007
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Das
Museum im Ritterhaus und die Stadtbibliothek Offenburg zeigen
noch bis zum 01. April 07 in einer Ausstellung erstmals
die Kostbarkeiten der Historischen Bibliothek Offenburg.
Zahlreiche Besucher haben das ohne Zweifel sensationellste
Stück der Schau bereits bewundert: eine kleine Globussegmentkarte
aus dem Jahr 1507. Sie stammt von dem Kartographen Martin
Waldseemüller, der den 1492 neu entdeckten Kontinent mit
dem Namen „America“ taufte. Nur vier Exemplare dieser Karte
sind heute noch erhalten: das wahrscheinlich älteste befindet
sich in Offenburg.
Genau
rechtzeitig zum 500. Namenstag Amerikas kann das seltene
Exemplar des „Taufscheins Amerikas“ im Offenburger Museum
im Ritterhaus bestaunt werden. Die etwa DIN A3 große Globussegmentkarte
entstande im lothringischen Ort Saint-Dié. Dort hatte sich
der Gelehrtenkreis „Gymnasium Vosagense“ auf die Herausgabe
geographischer Abhandlungen und Kartenwerke spezialisiert.
Martin
Waldseemüller (um 1470 - 1520) zeichnete erstmals die Umrisse
des neuen Kontinents und benannte ihn gemeinsam mit seinem
Gelehrtenkollegen Matthias Ringmann (1482-1511) nach Amerigo
Vespucci (1451-1512), den er für den Entdecker Amerikas
hielt. Er ist als Taufpate Amerikas, aber auch wegen seines
Irrtums bei der Namensgebung, in die Geschichte eingegangen.

Die
im Holzschnittverfahren gedruckten Segmente zur Herstellung
eines Erdglobus gehörten zu einem Verbund verschiedener
Druckerzeugnisse, den die Leiterin der Abteilung Sammlungen
der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, Dr. Ute Obhof,
als „Medienpaket in lateinischer Sprache“ bezeichnet. Das
Paket bestand erstens aus dem Buch „Cosmographiae introductio“
mit vier angehängten Reiseberichten Vespuccis, zweitens
einer Darstellung der Erde in Globensegmenten und drittens
einer Plankarte der Welt. Nahezu 500 Jahre später, im Juni
2005, wechselte für umgerechnet über 812.000 Euro ein solches
Kartenblatt bei einer Christie´s Auktion den Besitzer: „Weltrekord
für ein Stück Papier“, so die erfreute Aussage des berühmten
englischen Geschäftshauses.
Der
Offenburger Fund liegt über zehn Jahre zurück. Im Jahr 1993
wurde die Karte bei der Neuinventarisierung der Historischen
Bibliothek von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der
Universitätsbibliothek Freiburg entdeckt. Sie war eingenäht
in einem von Aristoteles verfassten Buch „Ethica Nicomachea“,
welches 1541 in Freiburg im Breisgau gedruckt wurde.
Die
Ausstellung zeigt, um das kostbare Stück herum, eine Auswahl
wertvoller Bücher aus dem Bestand der Offenburger Bibliothek.
Sie lenkt den Blick auf die Schönheit der Druckbilder, erklärt
Texte und erläutert Illustrationen, darunter Darstellungen
von Hans Baldung gen. Grien oder Hans Holbein d.J. Neben
Werken zu Literatur, Geschichte und Naturwissenschaften
sind zahlreiche Karten, Atlanten und Bücher zu Geographie
und Astronomie zu sehen, darunter auch die erste wissenschaftliche
Karte des Oberrheingebietes von 1513. Künstlerische und
technische Installationen schaffen die Verbindung in das
moderne Zeitalter.
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