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Konstanz war bereits in jungsteinzeitlicher und keltischer
Zeit besiedelt und wurde unter Kaiser Tiberius (14-37) als
römische Siedlung begründet. Um 300 n. Chr. wurde hier,
auf dem heutigen Münsterhügel, im Verlauf des Donau-Iller-Rhein-Limes
eine spätrömische Befestigung angelegt. Der Name Constantia
geht zurück auf den römischen Kaiser Constantius I. oder
II. und wurde erstmals 525 überliefert. Vermutlich um 585
zog der Bischof Maximus vermutlich auf Initiative des alamannischen
Herzogs aus dem durch die Wirren der Völkerwanderungszeit
gefährdeten Vindonissa (heute Windisch) nach Konstanz um
und errang die Herrschaft über die wohl seit der Römerzeit
fortbestehende Siedlung. Die Stadt wurde im Lauf der folgenden
Zeit Mittelpunkt des größten deutschen Bistums.
Wohl
um diese Zeit wurde, teils auf den Fundamenten der spätantiken
Festung, ein erster Vorgängerbau des heutigen Münsters errichtet.
Diesem folgten vermutlich ein karolingischer Münsterbau,
ein Bau unter Bischof Salomo (890 - 919), von dem die Krypta
erhalten ist, und ein unter Bischof Lambert (995 - 1018)
unternommener Umbau, der 1052 einstürzte. Der Kern des heutigen
Münsters, von dem besonders die Säulenarkaden des Mittelschiffs
zeugen, stammt aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts.
Im
10. Jahrhundert umgab Bischof Konrad die Bischofskirche
analog den römischen Patriarchalbasiliken mit einem Kranz
von Kirchen: einer Paulskirche, einer Kirche St. Johann
und jenseits des Rheins das Kloster St. Peter. Die von ihm
erneuerte Laurentiuskirche besteht heute nicht mehr. Von
einer Pilgerfahrt nach Jerusalem brachte er die Vorstellung
vom Nachbau der Grabeskirche mit, die er in der Mauritiusrotunde
verwirklichte. Der Niederlassung von Hörigen des Bischofs
steht ab dem späten 9. Jh. eine Siedlung von Kaufleuten
gegenüber, die um 900 Marktrecht erhält und im 13. Jh. zwei
Mal erweitert wird. Nach der Befreiung von bischöflichen
Steuern durch Heinrich VI. 1192 und eine entscheidende Privilegierung
durch Friedrich II. nach 1212 errang die Stadt einen fast
reichsfreien Status, konnte die Reichsfreiheit allerdings
erst im Lauf des 14. Jh. durchsetzen. Dieser Status bewahrte
sie allerdings nicht vor der wirtschaftlichen Stagnation,
als der Handelsverkehr über die Alpenpässe sich im 13. Jahrhundert
auf die Gotthard-Route und damit auf die Strecke Zürich-Basel
verlagerte. Dennoch erfuhr sie nach 1388 mit der Gründung
des Bundes der Reichsstädte am Bodensee einen wirtschaftlicher
Aufschwung, der sich im Bau des Kaufhauses niederschlug. Die
Stadt war 1414 bis 1418 Ort des Konzils von Konstanz, auf
dem einerseits das Abendländische Schisma durch die Wahl
des Papstes Martin V. beendet, andererseits der tschechische
Reformator Jan Hus als Ketzer hingerichtet wurde. Das sog.
Konzilsgebäude, in den das Konklave zur Papstwahl stattfand,
ist eigentlich das Kauf- und Lagerhaus der Stadt. Nach dem
missglückten Versuch, sich der Eidgenossenschaft anzuschließen,
führte die Stadt im 16. Jahrhundert die Reformation ein
und wandte sich dem Schmalkaldischen Bund zu. In der Folge
verließ der Bischof die Stadt (1526) und ließ sich im gegenüber
liegenden Meersburg nieder. Mit der Niederlage des Schmalkaldischen
Bundes jedoch schwang sich Habsburg-Österreich zum Vollstrecker
der Reichsacht auf, besetzte 1548 die Stadt und zwang sie
wieder zum katholischen Glauben. Die Selbstverwaltung der
Stadt wurde jedoch bis zum Ende des Alten Reichs geduldet.
Die spätestens seit dem 30jährigen Krieg stark zurückgegangene
Wirtschaft durch Österreich im 18. Jh. neu belebt. 1806
wurde die Stadt mit Vorderösterreich badisch und Hauptstadt
des Seekreises. Das Bistum wurde durch Baden 1821 aufgehoben
und 1827 in Freiburg neu begründet. Von hier zog in der
Revolution von 1848 Friedrich Hecker mit seinen Freischärlern
über den Schwarzwald, um die Republik durchzusetzen.
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