6.10.25

Badisches Landesmuseum / Deutsches Musikautomaten-Museum

Zuhause – Unterwegs

Auf internationalen Spuren mechanischer Musik

(blm) 25.9.2026 – 26.9.2027, Sonderpräsentation in der Dauerausstellung, Deutsches Musikautomaten-Museum, Schloss Bruchsal

"Werbeblatt „Cottage-Orchestrion No.1“ - „Neues Patent Pneumatic Orchestrion – M. Welte & Söhne“, um 1893."Werbeblatt „Cottage-Orchestrion No.1“ - „Neues Patent Pneumatic Orchestrion – M. Welte & Söhne“, um 1893.
Archiv DMM.

Produktion und Handel sind heute global vernetzt – das ist ein typisches Phänomen unserer Zeit. Doch der Schein trügt: Ein dichter internationaler Austausch kennzeichnete bereits die Zeit seit der Industrialisierung ab 1850 bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs: von der Entwicklung und Herstellung bis zum Vertrieb von Waren aller Art.

Viele der selbstspielenden Instrumente des Deutschen Musikautomaten-Museums waren von vornherein für den mobilen Einsatz gedacht – etwa Karussell- und Drehorgeln. Zugleich erzählen sie von der Mobilität ihrer Hersteller und Betreiber und zeugen von Erfindergeist, handwerklichem Können und unternehmerischem Weitblick.

Mit diesem Thema beteiligt sich das Deutsche Musikautomaten-Museum an der trinationalen Ausstellungsreihe des Netzwerk Museen 2026/27: Das Motto „Zuhause – Unterwegs“ vereint Museen und Kultureinrichtungen am Oberrhein in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu einem gemeinsamen Projekt. Das Museum im Schloss Bruchsal beschäftigt sich hierzu in seiner Dauerausstellung mit den internationalen Spuren mechanischer Musik und präsentiert Firmenbiografien, die als „Start-ups“ des 19. Jahrhunderts gelten können.

Die Unternehmen begannen lokal mit der Entwicklung mechanischer Musik, vernetzten sich rasch und etablierten sich bald als „Global Player“. Aus kleinen Orten im Schwarzwald heraus entstanden dichte Produktions- und Handelsnetze, die das Britische Empire, das Zarenreich und die USA erreichten; durch den Ersten Weltkrieg gerieten diese gewachsenen Strukturen jedoch abrupt ins Stocken.

Parallel dazu erinnert die Präsentation an eine zweite, oft übersehene Bewegung: die Wirtschaftsmigration. Viele Fachkräfte aus Deutschland setzten ihr Know-how in mechanischer Musik jenseits der Heimat ein und suchten ihr Auskommen im Ausland. Die historischen Erfahrungen eröffnen Bezüge zu heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen in Europa – von der Mobilität der Arbeitskräfte bis zu transnationalen Wertschöpfungsketten.

Zuhause – Unterwegs
Auf internationalen Spuren mechanischer Musik
25.9.2026 – 26.9.2027
Sonderpräsentation in der Dauerausstellung, Deutsches Musikautomaten-Museum, Schloss Bruchsal
Öffnungszeiten Di–So, Feiertage 10–17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4 Euro (inkl. Stadtmuseum und Schloss Bruchsal)
Informationen, Veranstaltungen und Buchung Di–Fr 10–17 Uhr:
T. +49(0)7251/742652, dmm@landesmuseum.de

www.landesmuseum.de/dmm

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