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23.6.26

Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Im Fokus: Echt jetzt?! Fotografien. Retusche. Deepfakes

Museum zeigt Foto-Fakes und ihre Geschichte

(hdgbw) Foto-Fakes sind keine Neuerung des digitalen Zeitalters. Seit der Erfindung der Fotografie werden Aufnahmen nachträglich bearbeitet. „Im Fokus: Echt jetzt?!“ zeigt bis zum 4. Oktober 2026 im Haus der Geschichte Baden-Württemberg bis zu 120 Jahre alte Retuschen und schlägt die Brücke zu sogenannten Deepfakes, also heutigen Bildmanipulationen.

Die Innenstadt von Ulm im Jahr 1910 Retusche: Historische Postkarte mit ins Bild retuschierten AlpenMit künstlicher Intelligenz generierte, fotorealistische Bearbeitung des MotivsDie Innenstadt von Ulm im Jahr 1910 (HdGBW, Sammlung Gebr. Metz)
Retusche: Historische Postkarte mit ins Bild retuschierten Alpen (Stadtarchiv Ulm)
Mit künstlicher Intelligenz generierte, fotorealistische Bearbeitung des Motivs (HdGBW, mit KI erstellt)

„Die neue Im-Fokus-Ausstellung fordert einen kritischen Blick“, sagt Kuratorin Luisa Kreiling. „Sie möchte – auch mit historischen Beispielen – den Blick auf aktuelle Deepfakes schärfen und deren Gefahren aufzeigen.“ Gleichzeitig kommen Spaß und aktuelle Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) nicht zu kurz: Wer möchte, kann sich von einem Computer live in eine ausgewählte Person verwandeln lassen und dabei erleben, was mit Deepfakes heute möglich ist. Und bei einem Merkspiel gilt es, neben Originalbildern und historischen Bearbeitungen auch KI-Ansichten zuzuordnen. Letztere erlauben vermeintlich einen Blick in baden-württembergische Städte vor rund hundert Jahren.

Doch am Anfang stand mühsames Handwerk: etwa das Kolorieren ganzer Motive oder das Einfügen dekorativer Personen. „Anhand zweier Bestände aus dem Bildarchiv des Hauses der Geschichte präsentieren wir historische Retuschen“, erklärt Ausstellungsleiter Rainer Schimpf. „Und dabei wird deutlich: Schon damals waren viele Bilder zu schön, um wahr zu sein.“ Der ehemalige Tübinger Verlag Gebrüder Metz hatte vor 120 Jahren Fotografien so verändert, dass idealisierte Ansichtskarten von Städten entstanden sind. Große Projektionen zeigen die Bearbeitungsschritte. Anhand von originalen Fotoabzügen und Ansichtskarten des ehemaligen Stuttgarter Verlages A. Weber & Co. werden Retuschen nachvollziehbar: Auf den Abzügen lassen sich Farbspuren erkennen, die den Entwicklungsschritt von der Fotografie zur Ansichtskarte verdeutlichen.

Die Präsentation „Echt jetzt?! Fotografien. Retusche. Deepfakes.“ ist die dritte Ausstellung der Reihe „Im Fokus“, ein räumlich und zeitlich pointiertes Format, um bestimmte Aspekte politisch-historischer Themen darzustellen und zu diskutieren. Der Eintritt in die Baden-Württemberg-Lounge des Hauses der Geschichte ist frei.

19. Juni bis 4. Oktober 2026
Präsentation in der BW-Lounge des Stuttgarter Museums .

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Icon obenPexels, Ksenia Chernaya   siehe auch:  
     

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