Projekt kulturer.be
30.9.26
(emf) Im Oktober steht ein besonderes Exponat aus dem Erkenbert-Museum in der Vitrine der Stadtbücherei: ein Becher mit rotem Dekor und einem Trinkspruch. Das Gefäß gehört zu den sogenannten Freundschaftsbechern des Biedermeier und ist aus farblosem Glas gefertigt. Als Dekor trägt es rote Streifen, auf denen Weinreben und ein Spruch eingeschliffen wurden.
Freundschaftsbecher und Pfälzer Wein
Freundschaftsbecher waren seit dem 18. Jahrhundert beliebt und wurden als Geschenk unter Freunden und Bekannten überreicht. Oft tragen sie Sprüche und Symbole zum Thema Freundschaft. Auch auf dem ausgestellten Becher wird mit der Inschrift „Jeder Trunk erquicke Sie“ einem Beschenkten Gutes gewünscht.
Die Rotfärbung des Glases entstand durch Rotbeize. Die aufwändige Färbetechnik, die auf einem dreifachen Brennvorgang beruht, wurde von dem böhmischen Glastechnologen und Unternehmer Friedrich Egermann (1777–1864) erfunden und ab 1832 industriell angewandt.
Der gezeigte Becher stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In den Jahrzehnten zuvor hatte sich auch die Qualität des Pfälzer Weins verbessert. Noch im 18. Jahrhundert war die Weinherstellung durch strenge Vorschriften der Obrigkeit erschwert. Im 19. Jahrhundert wurde die Steigerung der Weinqualität dann rentabel. Erste Qualitätsweine wurden ausgebaut und vielleicht aus dem ausgestellten Weinglas genossen.
Mehr zum Objekt
Das Gespräch zum Objekt des Monats bietet die Gelegenheit, mehr über den Freundschaftsbecher, seine Herstellung und die Trinkkultur des Biedermeier zu erfahren. Gleichzeitig geht es um die Entwicklung des Pfälzer Weinbaus im 19. Jahrhundert und die Frage, in welchem Zusammenhang das Glas mit dieser Geschichte steht.
Rund 30 bis 45 Minuten lang haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Näheres zum Objekt zu erfahren und sich mit dem Museumsteam auszutauschen.
Am Mittwoch, 7. Oktober um 16 Uhr haben Interessierte die Gelegenheit, den Becher beim Gespräch zum Objekt des Monats in der Stadtbücherei gemeinsam zu entdecken und mehr über seine Geschichte zu erfahren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen zum Objekt und seiner Geschichte sind auf der Webseite des Erkenbert-Museums unter
www.frankenthal.de/erkenbert-museum (Menüpunkt „Objekt des Monats“) zu finden.
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| Pexels, Ksenia Chernaya |
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