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Grafschaft Moers
In
Moers, das als Ort bereits im 9. Jahrhundert in den Registern
der Abtei Werden erwähnt wurde, sind Grafen erstmals im
Jahre 1186 als "Herren von Murse" nachgewiesen. Neben der
Stadt Moers umfasste das Herrschaftsgebiet der Grafschaft
u.a. auch die heute zu Duisburg gehörenden Orte Friemersheim
und Baerl, das Gebiet der heutigen Stadt Neukirchen-Vluyn
und Teile von Rheinberg sowie, als Exklave innerhalb kurkölnischer
Gebiete, das südwestlich von Moers gelegene Krefeld und
einen kleinen Straßenabschnitt in der Ortschaft Hüls, die
moersische Straße. Außer von Kurköln war die Grafschaft
auch von klevischen und geldrischen Gebieten umgeben.
Durch Heirat kam 1376 die reichsunmittelbare Grafschaft
Saarwerden hinzu; doch bereits 1417 wurde sie durch Erbteilung
als Grafschaft Moers-Saarwerden wieder abgespalten. 1493
fiel die Grafschaft Moers an die Grafschaft Wied und 1519
an die Grafen von Neuenahr. Die Linie Moers-Saarwerden starb
dagegen erst 1527 aus, Saarwerden fiel an die Grafschaft
Saarbrücken und damit an das Haus Nassau.
Unter Graf Hermann zu Neuenahr und Moers wurde 1560 die
Reformation eingeführt. Das Eintreten seines Nachfolgers,
Graf Adolf, für den konvertierten Kölner Erzbischof Gebhard
I. von Waldburg verwickelte die Grafschaft in den Truchsessischen
Krieg. Nachdem Graf Adolf als Feldherr truchsessischer Truppen
u.a. das zu Kurköln gehörende Kloster Kamp 1586 zerstört
hatte, wurde Moers zwischen 1586 und 1597 von spanischen
Truppen als den Gegnern der von Spanien abtrünnigen Niederländer
besetzt, da Graf Adolf auch Gouverneur von Geldern und Utrecht
war. 1594 vermachte Adolfs Witwe Walpurgis, die zu dieser
Zeit im Exil lebte, als letzte Gräfin von Moers die Ländereien
an ihren Verwandten, den Oranier Moritz von Nassau. Dieser
belagerte die Stadt und konnte sie 1597 gewaltlos einnehmen.
Walpurgis konnte dann bis zu ihrem Tod 1600 noch in Moers
leben.
1702 ging die Grafschaft Moers kraft Erb- und Lehnsrecht
als Fürstentum an Preußen über.
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