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Nach
dem Übergang der Stadt an das Kurfürstentum Baden 1803 wurden
die alten Privilegien angesichts ihrer starken Tradition
noch einmal aufgegriffen und neu gefasst, jedoch mit dem
Ende des Alten Reiches 1806 endgültig den Forderungen des
modernen Flächenstaates nach Rechtsgleichheit unterworfen.
Die Lahrer Bürger führten in verschiedenen Eingaben an die
großherzogliche Regierung den Kampf um ihre Privilegien
fort, mussten sich aber 1811 mit der definitiven Ablehnung
abfinden.
Ungeachtet
dieser politischen Irritationen konnte die Stadt ihren wirtschaftlichen
Aufstieg fortsetzen und wurde schnell zum nach Mannheim
zweitwichtigsten Handelsplatz in Baden. Das politische Selbstbewusstsein
der Bürgerschaft indessen führte unter der Führung des ehemals
nassauischen Amtmanns Ludwig von Liebenstein zu einer Formulierung
grundsätzlicher liberaler Forderungen in der neugewählten
II. Kammer der Badischen Landstände in Karlsruhe. Liebenstein
wurde anschließend als Sanktionsmaßnahme der Regierung nach
Mannheim versetzt, wo er vermutlich mit seiner liberalen
Haltung den Kreis um Adam von Itzstein und Friedrich Hecker
beeinflusste.
In der
Revolution 1848/49 engagierte sich die Bürgerschaft nicht
mehr als andernorts, auch Lahr erlitt nach der Revolution
einen Aderlass durch Wegzug und Auswanderung.
Die
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Lahr wurde durch den
Bau der Bahnlinie von Karlsruhe nach Basel jäh abgeschnitten,
da die Stadt auf Grund ihrer Lage im Tal nicht unmittelbar
an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Das bisher unbedeutende
Offenburg an der Abzweigung der Schwarzwaldbahn erlebte
in der Folgezeit durch seine günstigere Verkehrslage einen
stärkeren wirtschaftlichen Aufschwung. Die Annexion des
Elsass nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 bescherte
der Lahrer Industrie neues Wachstum, vor allem im Bereich
der Tabak- und Kartonagen-Industrie, die Stadt wurde Standort
einer Garnison. Verkehrsmäßig wurde die Stadt sowohl durch
eine Normalspur-Stichbahn zur Rheintal-Linie als auch durch
eine Schmalspur-Verbindung, die im Schuttertal bis Seelbach
geführt wurde, angeschlossen.
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