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Erste
Widerstandsbewegungen gegen die (damals badische) Stadtherrschaft
1705 blieben zunächst ohne Folgen, stärkten aber das Selbstbewusstsein
der Bürgerschaft. 1772 verlangte die nassauische Stadtherrschaft
eine Abkehr vom Text des Freiheitsbriefs von 1377, scheiterte
aber angesichts des Widerstands der Bürgerschaft vor dem
Reichskammergericht in Wetzlar. Nassau verschleppte die
Ausführung des Gerichtsurteils und versuchte anschließend,
die Stadt durch neue Gerichtsurteile wegen der finanziellen
Folgen des Prozesses in die Knie zu zwingen. Diese Haltung
stärkte jedoch den Durchhaltewillen der Bürger, die um eine
Demontage ihrer Privilegien fürchteten.
Als
die Stadt 1795 kurzzeitig von Truppen der französischen
Republik besetzt wurde, sympathisierten die Bürger offen
mit den Besetzern, so dass vermutlich deshalb von Plünderungen
nichts bekannt ist. Übrig blieben Gerüchte und der Fasnachtsruf
der Lahrer Narren "Seira seira seirassa!", der das Revolutionslied
"Ah ca ira, ca ira ca ira" verharmlosend aufgreift.
Bild:
Zweites Bürgerbuch der Stadt Lahr von 1699
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