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Den Leser
an die Hand genommen
Zu einer Stadtführung
fast von Haus zu Haus lädt der Autor eines neuen Stadtführers
von Ladenburg, Klaus Kolb, den Leser ein. In sieben Rundgängen,
beginnend am Carl-Benz-Platz, werden von Bauwerk zu Bauwerk heitere,
amüsante, aber auch grausige Geschichten erzählt, gespickt
mit den notwendigen historischen Notizen. Da geht ein Weg vom
Benzplatz entlang der ältesten Stadtachse zum Marktplatz,
ein Rundgang führt durch die Altstadt, weitere Wege führen
durch das Schriesheimer Viertel, das Rheingau-Viertel und entlang
der Heidelberger Straße. Ein ausgedehnter Rundgang am Neckar,
hinüber nach Neckarhausen zum Oberndorffschen Schloss, und
ein Gang über den Friedhof schließen den Band ab. Jeder
der Wegbeschreibungen ist ein detaillierter Plan mit numerierten
Objekten vorangestellt.
Der Band ist mit Farbaufnahmen aller wesentlichen Bauwerke reich
illustriert und enthält Literaturverweise auf die wichtigen
Titel der Ladenburg-Literatur. Im praktischen Taschenformat und
in heiter-lebendiger Erzählweise wid er sicher ein wichtiger
begleiter ür den interessierten Ladenburg-Besucher sein.
Kritik kann hier nur an Einzelpunkten geübt werden:
So wie zum Burgus an der Rathaus-Tiefgarage eine Rekonstruktionszeichnung
gehört hätte, die dem nicht vorgebildeten Besucher die
Vorstellung erleichtert, was er da eigentlich für einen Mauerrest
vor sich sieht, hätte auch bei der Basilika unter der Galluskirche
eine kleine Zeichnung geholfen.
Dass weiter bei der Basilika auf den Kirchenführer verwiesen
wird, den man sich "innerhalb der Kirche links" kaufen
könne, darf eigentlich nicht sein. Hier müssen doch
zumindest einige Grunddaten der Kunstgeschichte referiert werden.
Ebenso sollte darauf verwiesen werden, dass für Normalbesucher
die Krypta eigentlich nicht ohne weiteres zugänglich ist.
Dass weiterhin die Theorie, eine Bischofskirche habe zwei, eine
Stadtkirche nur einen Turm, erwiesen ist, mag stark bezweifelt
werden.
Die römischen Reste um die Galluskirche sind, was den rechten
Teil angeht, nur kurz, was den linken Teil angeht, gar nicht erwähnt.
Gerade hier wird doch auch die Geschichte von dem Stein, der von
den mittelalterlichen Bauleuten zwar verückt, aber nicht
gehoben wurde (weil vielleicht tatsächlich die Glocke zum
essen rief?) immer wieder gerne erzählt.
Dennoch muss der Führer insgesamt mit dem Prädikat "gut"
bewertet werden.
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