Ladenburg erleben


Klaus Kolb
Ladenburg erleben

Weinheim: EditionDiesbach, 2004
116 Seiten, reich bebildert Broschur
ISBN 3-936468-03-6 € 8,80

 

Den Leser an die Hand genommen

Zu einer Stadtführung fast von Haus zu Haus lädt der Autor eines neuen Stadtführers von Ladenburg, Klaus Kolb, den Leser ein. In sieben Rundgängen, beginnend am Carl-Benz-Platz, werden von Bauwerk zu Bauwerk heitere, amüsante, aber auch grausige Geschichten erzählt, gespickt mit den notwendigen historischen Notizen. Da geht ein Weg vom Benzplatz entlang der ältesten Stadtachse zum Marktplatz, ein Rundgang führt durch die Altstadt, weitere Wege führen durch das Schriesheimer Viertel, das Rheingau-Viertel und entlang der Heidelberger Straße. Ein ausgedehnter Rundgang am Neckar, hinüber nach Neckarhausen zum Oberndorffschen Schloss, und ein Gang über den Friedhof schließen den Band ab. Jeder der Wegbeschreibungen ist ein detaillierter Plan mit numerierten Objekten vorangestellt.
Der Band ist mit Farbaufnahmen aller wesentlichen Bauwerke reich illustriert und enthält Literaturverweise auf die wichtigen Titel der Ladenburg-Literatur. Im praktischen Taschenformat und in heiter-lebendiger Erzählweise wid er sicher ein wichtiger begleiter ür den interessierten Ladenburg-Besucher sein.
Kritik kann hier nur an Einzelpunkten geübt werden:
So wie zum Burgus an der Rathaus-Tiefgarage eine Rekonstruktionszeichnung gehört hätte, die dem nicht vorgebildeten Besucher die Vorstellung erleichtert, was er da eigentlich für einen Mauerrest vor sich sieht, hätte auch bei der Basilika unter der Galluskirche eine kleine Zeichnung geholfen.
Dass weiter bei der Basilika auf den Kirchenführer verwiesen wird, den man sich "innerhalb der Kirche links" kaufen könne, darf eigentlich nicht sein. Hier müssen doch zumindest einige Grunddaten der Kunstgeschichte referiert werden. Ebenso sollte darauf verwiesen werden, dass für Normalbesucher die Krypta eigentlich nicht ohne weiteres zugänglich ist.
Dass weiterhin die Theorie, eine Bischofskirche habe zwei, eine Stadtkirche nur einen Turm, erwiesen ist, mag stark bezweifelt werden.
Die römischen Reste um die Galluskirche sind, was den rechten Teil angeht, nur kurz, was den linken Teil angeht, gar nicht erwähnt. Gerade hier wird doch auch die Geschichte von dem Stein, der von den mittelalterlichen Bauleuten zwar verückt, aber nicht gehoben wurde (weil vielleicht tatsächlich die Glocke zum essen rief?) immer wieder gerne erzählt.
Dennoch muss der Führer insgesamt mit dem Prädikat "gut" bewertet werden.

   
 
   

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