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Schwerpunktthema Mannheim |
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Wer erinnert sich an Jenny Dreifuß? |
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| Wer erinnert sich überhaupt an jüdische Mitbürger, die
auf einmal weg waren"? Dieser Frage geht ein Band nach, der aus einem
Projekt des Mannheimer Stadtjugendrings entstand. Das Vergessen sollte verhindert
werden, die Erinnerung festgehalten, die Erinnerung an jüdische
Mitbürger Mannheims, an ihr Leben, an ihr Arbeiten und an die Stätten,
die Zeugnis von diesem Teil der Mannheimer Stadtkultur ablegten.
Jenny Dreifuß gehört zu den acht Mannheimer Bürgern jüdischen Glaubens, die am 22. Oktober 1940 angesichts ihrer bevorstehenden Deportation sich selbst das Leben genommen haben. Sie war Lehrerin an der Elisabeth-Schule (heute Elisabeth-Gymnasium in D 7) für Deutsch und Englisch und bei ihren Schülerinnen sehr beliebt. Sie war 1933 von Hitlers Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" betroffen und wurde als jüdische Lehrerin für ungeeignet erachtet, deutsche Kinder zu unterrichten. Ihre letzte Deutschstunde hielt sie mit einer Unterhaltung über das Schämen und beendete die Stunde mit den Worten: Aber einmal werdet Ihr Euch alle 13 schämen müssen, weil Ihr anständige Kerle seid." Alle acht liegen auf dem jüdischen Friedhof in Mannheim begraben. Und eindrucksvoll die komplette Namensliste aller jüdischen Einwohner der Stadt, wenn möglich, mit Bild und Todesdatum. Und nur zu oft liest man deportiert, verschollen" oder deportiert, für tot erklärt" oder gestorben in Auschwitz". Auf einmal, da waren sie weg - ein hervorragender Band gegen das Vergessen.
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Auf einmal da waren sie weg". Spurensuche - jüdische Spuren in Mannheim. Mit einer Gedenkliste Jüdische Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Mannheim. Hg. v. Stadtjugendamt Mannheim. Bearbeitet von Klemens Hotz und Leonore Köhler. Mann-heim: Edition Quadrat, 1995 |
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