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Vor 200 Jahren: |
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Schleifung der Mannheimer Festungswerke |
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| Der Verlauf des Koalitionskrieges 1792 bis 1797 hatte Kurfürst Carl
Theodor gezeigt, dass die Festung Mannheim durch seine Armee letztlich nicht
zu halten war. Im Dezember 1798, nur zwei Monate vor seinem Tod, verfügte
er daher die Aufgabe und vollständige Schleifung der Festung. Nachdem
sein Nachfolger die Entscheidung zunächst rückgängig gemacht
und weitere kriegerische Verwicklungen neue Verhältnisse geschaffen
hatten, konnte die Demolierung der Festungswerke erst ab September 1799
kontinuierlich verfolgt werden. 1801 abgeschlossen, schuf sie die Voraussetzungen
für die Stadterweiterung, die Anlage öffentlicher Gärten,
den Bau von Abwasserkanälen und anderes mehr. Die für die weitere
Mannheimer Stadtgeschichte so bedeutende Schleifung ist Gegenstand eines
vom Vorsitzenden des Vereins 'Pro Denkmal', Bernd Fillafer, verfassten Beitrags
in der soeben erschienenen Dezember-Lieferung des 'Mannheim Archivs'.
Präsentiert wird eine zeitgenössische Darstellung aus den
Beständen des Reiss-Museums, welche zum Frondienst herangezogene Mannheimer
und Mannheimerinnen beim Abtragen der Festungswälle zeigt.
Darüber hinaus stellt das Stadtarchiv in dieser neuesten Lieferung aus seinen eigenen Beständen u.a. einen mit einer handkolorierten Skizze versehenen Brief eines jungen expressionistischen Malers an den ersten Kunsthallendirektor Fritz Wichert vor (überliefert in dessen Nachlass), ferner einen 'Aufruf zur geistigen Revolution', welchen der später in Berlin als Theatermanager zu Ruhm und Ehren gelangte Mannheimer Moritz Lederer im Dezember 1918 in mehreren Mannheimer Zeitungen veröffentlichte. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Spiegelkolonie auf dem Waldhof (einer der ersten Arbeitersiedlungen in Deutschland überhaupt), ein letzter mit der Einweihung des Mannheimer Denkmals zur Erinnerung an die Opfer der Nazi-Diktatur durch Konrad Adenauer im Jahre 1952.
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