St. Peter auf dem Schwarzwald

 

Geschichte des Klosters

Die Mönchsgemeinschaft in St. Peter war Hauskloster und Grablege der Zähringer. Die Ursprünge der Kommunität liegen in Weilheim, dem Stammsitz der Zähringer, in einem 1073 oder davor gegründeten Eigenkloster oder -stift, das 1093 von seinen Gründern in die Nähe ihres neuen Herrschaftszentrums im Schwarzwald verlegt wurde.

In St. Peter entwickelte sich - ähnlich wie bei der St. Georgener Mönchsgemeinschaft - in kurzer Zeit ein benediktinisches Reformkloster, das z.B. mit dem Privileg Papst Urban II. (1088-1099) vom 10. März 1095 der römischen Kirche unterstellt wurde. Ausfluss des zunehmenden Wohlstands der Mönchgemeinschaft, die mit Schenkungen der Zähringerherzöge und von deren Ministerialen ausgestattet wurde, war der hauptsächlich im 12. Jh. angelegte Rotulus Sanpetrinus, eine Pergamentrolle u.a. mit Traditionsnotizen, die einen guten Einblick in die sich entwickelnde klösterliche Grundherrschaft geben. Das Kloster stand unter der Vogtei der Herzöge von Zähringen, wobei der Vergleich vom 27. Dezember 1111, in dem der Herzog auf erbrechtliche Ansprüche an Kloster und Klostergüter verzichtete, die Vogtei über St. Peter sicherte. Nach dem Tod des letzten Herzogs Berthold V. (1186-1218) ging die Vogtei an den Erben Graf Egino den Jüngeren von Urach (-Freiburg; 1221/26). Infolge der Bedrückung durch die Grafen im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert appellierte das Kloster an den Kaiser und erhielt 1361 kaiserlichen Schutz. Die Vogtei wurde 1371 an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg verpfändet, kam 1526 an Habsburg und konnte später vom Kloster selbst als Pfandbesitz erworben werden.

Das Kloster wurde im Dreißigjährigen Krieg 1644 und im Reichskrieg gegen Frankreich 1678 zerstört, 1690 im Pfälzischen Erbfolgkrieg geplündert. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann der barocke Wiederaufbau von Kloster und Kirche, 1724 - 27 entstand die Kirche mit ihrer charakteristischen Doppelturmfassade nach Plänen von Peter Tumb, die Vollendung des Klosterkomplexes mit Fürstensaal, Kapitelsaal Refektorium und Bibliothek zog sich bis 1772 hin. Die Zähringer-Verehrung wurde aus politischen Gründen bereits im 16. Jahrhundert gepflegt und äußerte sich im 18. Jahrhundert in der Neuschöpfung der Stifterfiguren in der Kirche durch den Stukkateur Josef Anton Feuchtmayer. Die Wirkung der beiden letzten Äbte, Philipp Jakob Steyrer und Ignaz Speckle, brachte dem Kloster auch wissenschaftlichen und kulturellen Ruhm.

Nach der Säkularisation des Klosters 1803 durch den Herzog von Modena kam das gesamte Klostergut 1806 an Baden. 1842 zog das Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg ein, seit 2006 ist der Komplex geistliches Zentrum.

   

im Detail:

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siehe auch:

Rotulus Sanpetrinus
Weilheim

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