Heidelberg - Das Schloss


 

Herrentafelstubenbau, sog. Bibliotheksbau

Im Zwischenraum zwischen Ruprechtsbau und Frauenzimmerbau liegt der spätgotische Herrentafelstubenbau, erbaut unter Kurfürst Ludwig V. um 1520/25. Besonders bemerkenswert ist der schöne Erker zum Hof im Obergeschoß.

 
 

Der Herrentafelstubenbau verläßt als erster den Bereich der alten inneren Mauer und steht auf dem Gelände des alten Burggrabens (siehe Plan). Das ist besonders gut von der Rückseite, vom Stückgarten aus zu beobachten.

Das Gebäude beherbergte in seinem ersten Obergeschoss die Herrentafelstube, einen fürstlichen Speisesaal, der auf drei Seiten durch große Fenster einen freien Blick auf das umliegende Land erlaubte und dessen Gewölbe mit ca. 6,60 m Höhe auf einer einzigen Mittelsäule ruhte. Die Errichtung der Herrentafelstube wird mit einer Veränderung im sozialen Gefüge des Hofs und mit einer Absonderung des Fürsten von der allgemeinen Hoftafel in Verbindung gebracht.

Dazu gehört auch der durch die Kragsteine erkennbare balkonartige Austritt in den Hof, der vor allem Funktionen im Zusammenhang eines sich verändernden Hofzeremoniells hatte.

Schon im 17. Jahrhundert, als durch neue Bauten der Herrentafelstubenbau außer Gebrauch gekommen war, bürgerte sich der Name Bibliotheksbau ein. Die Unterbringung einer Bibliothek ist allerdings ebensowenig belegt wie die einer Münze oder Gemäldegalerie.

Heidelberg, Schloss: Blick ins Innere des Herrentafelbaus
Blick ins Innere des Herrentafelstubenbaus. Im Obergeschoss der große gewölbte Saal mit großen Fenstern, die den freien Ausblick ins pfälzische Land ermöglichen

Der grandiose Ausblick wurde wenige Jahre später durch die Errichtung von Stückgarten und Dickem Turm gestört.

 

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im Detail:

 

weiter:
Führung zur Baugeschichte

Stückgarten

Führung im Schlosshof

Frauenzimmerbau.

siehe auch:

 

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