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aktuelle Ausstellungen

Die Würfel sind gefallen

Spiele und Spielzeug im alten Rom

3.6. - 30.9. 2000
Reiss-Museum Mannheim

Auch Kaiser und Senatoren haben mal „klein angefangen". Die Ausstellung "Die Würfel sind gefallen - Spiele und Spielzeug im alten Rom" des Mannheimer Reiss-Museums hat ihren Schwerpunkt deshalb auf die Spiele der „kleinen Römer" gelegt, die Spiele der Erwachsenen werden natürlich auch nicht vernachlässigt.

Marco Fittä, Turiner Autor und Forscher zum Thema Spiel und Sport in der Antike, organisierte die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Associazione Culturale Hermes, Arbizzano und lieferte sie sozusagen als "Paket" nach Mannheim.

Zu sehen sind Exponate aus den bedeutendsten italienischen Museen und den Sammlungen des Vatikans. Die Ausstellung wird gefördert vom Ministero degli Affari Esteri, der Cittá di Turino, Divisione Servizi Educativi, und der Compagnia di San Paolo di Torino. Ein Teil der Exponate wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Auf Wandmalereien, Sarkophagen und Grabaltären sind Szenen mit spielenden Kindern dargestellt. Wie heute waren Versteckspiele, "Blinde Kuh" und Huckepacktragen beliebt. Mit Circuswagen im Kleinformat konnten junge Römer sich fühlen wie bei den berühmten Wagenrennen, die ganz Rom in Atem hielten.


Hahn, Kind auf einem Hahn, Gans
Tonfiguren. Turin, Centro per la cultura ludica und
Neapel, Museo Nazionale Archeologico.
Foto: Sandro Tinti, Arbizzano

Bei den Kleinen stand das Spielen mit Nüssen, die wie Murmeln eingesetzt wurden, besonders hoch im Kurs. "Die Nüsse hinter sich lassen" war in Rom gleichbedeutend mit dem Ende der Kindheit.

Die zukünftigen Damen der Gesellschaft zogen Püppchen aus Elfenbein oder Ton mit schönen Kleidern an und statteten sie mit Miniaturgeschirr aus. Puppen wurden Mädchen und ledigen jungen Frauen auch mit in das Grab gegeben.

Da der Spieltrieb heute wie damals auch bei Erwachsenen nie ganz erlischt, werden zusätzlich die Spiele der „älteren Römer" dargestellt. Sie entspannten sich besonders gerne beim Brett- und Würfeispiel. Kaiser Claudius soll sogar in seinen Reisewagen ein Spielbrett eingebaut haben. Bretter für verschiedene Spiele und Würfel sind in der Ausstellung zu sehen. Eine Besonderheit dieser Würfel verwundert: sie haben oft die Form eines flachen Quaders, so daß bestimmte Zahlen wesentlich häufiger fallen als andere. Wurde in Rom gemogelt?

Gespielt wurde jedoch nicht nur im alten Rom - auch in Mannheim darf gespielt werden: In zwei Räumen der Ausstellung können antike Spiele an Nachbildungen ausprobiert werden. Manche dieser alten Spiele, wie zum Beispiel Duodecim Scripta, das „römische Backgammon", erfreuen sich in gleicher oder ähnlicher Form auch heute noch allgemeiner Beliebtheit.

Den Vergleich zwischen römischer und heutiger Spielkultur „im Selbstversuch" ermöglichen ebenfalls bereitgestellte moderne Spiele vom Brett- bis zum Computerspiel. Für die großzügige Ausstattung unserer Spielräume mit zeitgenössischen Spielen sorgten zwei Mannheimer Kaufhaus-Filialen.
 

Das Begleitbuch und ein Führer zur Ausstellung sind an der Museumskasse erhältlich.

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Badische Heimat e.V.
Bezirksgruppe Bergstraße - Neckartal (Heidelberg)

 


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