Bildwerke von herausragender Qualität: der Meister des
Paradiesgärtleins und der Meister der Kreuzigung mit dem
Dominikaner
Um 1400 ist Straßburg mit seinen zahlreichen Malerwerkstätten
Schauplatz einer florierenden künstlerischen Aktivität.
Unter diesen Malern befinden sich zwei Hauptvertreter des
"weichen Stils". Der bekannteste ist der Schöpfer
des im Städelschen Kunstinstitut zu Frankfurt aufbewahrten
Paradiesgärtleins, einem emblematischen Werk der höfischen
Kunst. Seine Gemälde, die eine Vertrautheit mit der italienischen
Malerei erkennen lassen, sind erstmals neben den beiden
Tafeln im Besitz des Musee de l'uvre Notre-Dame zu
sehen. Die Geburt Marias und Josephs Zweifel stammen von
einem großen Marienaltar für eine Straßburger Kirche. Der
Einfluss dieses oberrheinischen Künstlers beschränkt sich
bei weitem nicht auf die Malerei, wie die Zeichnungen, Stiche
und Skulpturen belegen, die die von ihm und seiner Werstatt
entwickelten Formen aufnehmen.
Ein weiterer Vertreter des "weichen Stils" um
1400, der Meister der Kreuzigung mit dem Dominikaner (Colmar,
Musee d'Unterlinden), gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten
der Straßburger Kunstszene in den ersten beiden Jahrzehnten
des 15. Jahrhunderts. Sein Stil ist herber und expressiver
als der des Meisters des Paradiesgärtleins und weist einen
starken Einfluss der böhmischen Kunst auf. Das einzige Gemälde,
das ihm heute zugeschrieben werden kann, ist ein außergewöhnliches
Werk, das zu den kostbarsten Bildern seiner Zeit gehört.
Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, den Stellenwert
dieses vielgestaltigen Malers zu bestimmen und neue Hypothesen
zu seiner Identität vorzuschlagen
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