Straßburg 1400

  

Straßburg 1400
Ein Zentrum der Kunst im Europa der Gotik

Musée de l'Oevre Notre Dame
Straßburg

28. März - 6. Juli 2008

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Die Münsterbauhütte

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Die Münsterbauhütte: "Nicht höher die Kunst"

Zwischen 1360 und 1440 wurde die Errichtung des Münsters mit Eifer vorangetrieben. Der Baumeister Michael von Freiburg, ein Mitglied der Parler-Familie, leitete den Bau des Glockengeschosses, das zwischen den beiden Türmen bis zur Höhe der Plattform reicht und vor 1398 vollendet wurde. Der Bau des Oktogons und des Nordturmhelms erfolgte 1399-1439, zuerst unter der Leitung von Ulrich von Ensingen, später von Johannes Hültz aus Köln. Damit wurde die Höhe der Fassade auf 142 Meter verdoppelt, ein Rekord für ein Gebäude aus Stein, den das Münster bis zum 19. Jahrhundert innehatte.

Die Ausstellung präsentiert wenig bekannte Aspekte des Münsters und seiner Bauhütte: beeindruckende Risse auf riesigen Pergamentblättern, die aus konservatorischen Gründen normalerweise nicht gezeigt werden, wie auch Skulpturen, die vom Glockengeschoss und dem Turmoktogon stammen und von denen einige erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. So zum Beispiel die meisterhaften Statuen eines Geistlichen und eines Kaisers vom Oktogon wie auch eine Gruppe von 28 Abgüssen der Verdammten und der Auserwählten vom oberen Teil des Glockengeschosses. Diese Werke lassen zahlreiche Einflüsse erkennen, wobei vor allem der Parlerstil aus Schwaben und Böhmen der Straßburger Bauhütte seinen Stempel aufgedrückt hat. So weist die prachtvoll kolorierte Architekturzeichnung des Mittelteils der Münsterfassade, auf der die Skulpturen der Himmelfahrtsgalerie und des Jüngsten Gerichts im Glockengeschoss zu sehen sind, eine stilistische Nähe zu jener Kunst auf, die sich im dritten Viertel des 14. Jahrhunderts von Prag aus im Westen Europas verbreitete.

   

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