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Kunstroute am westlichen Bodensee „Landschaft
erleben – Kunst entdecken"
Otto
Dix, Erich Heckel, Hermann Hesse – sie alle
kannten und liebten die inspirierende Kraft der Landschaft
am Untersee, dem südwestlichen Ausläufer des
Bodensees. Er zog seit Beginn des 20. Jahrhunderts Künstler
in seinen Bann, die hier eine Fülle reizvoller Motive
fanden. Dort, wo einst die Staffeleien der Maler standen,
können Gäste an den Stationen der neuen Kunstroute
die Perspektiven auf die Landschaft mit den Werken der
Untersee-Maler vergleichen. Großformatige Metalltafeln
zeigen die Reproduktion von Kunstwerken, die an diesen
Stellen entstanden. Durch einen ausgesparten Rahmen ergibt
sich ein Durchblick, der die Betrachter die Perspektive
des Malers einnehmen lässt. Eine Broschüre zur
Kunstroute informiert über die Standorte und erläutert
Hintergründe zu den Orten und Künstlern.
Kunststele in Allensbach. Bild: Tourismus Untersee e.V. „Auf der Höri am Untersee lebte ich viele Jahre
und arbeitete intensiv. Das Bodenseeerlebnis schenkte mir
Bilder“, notierte der Maler Max Ackermann. Tourismus
Untersee e.V. gibt die Bildgeschenke der Landschaft nun
weiter, in Form einer Kunstroute rund um den viel gemalten
See. Sie führt zu den Orten, von denen aus die Künstler
die Landschaft sahen und auf Leinwand verewigten. 31 großformatige
Metallstelen am Wegesrand zeigen den genauen Standpunkt
der Malenden, eine Reproduktion der entsprechenden Kunstwerke
und geben Hinweise auf die Museen, in denen sich die Originale
befinden. Der Clou: In jede Stele ist ein „Durchblick“ eingelassen,
durch den der Betrachter seine Sicht mit dem Motiv des
Künstlers vergleichen kann. Je nach Tages- und Jahreszeit,
Witterung, Licht, Landschaftsentwicklung und natürlich
der persönlichen Stimmung ändert sich das Bild – eine
spannende Sehschule für das vielleicht ungeübte,
aber neugierige Auge des Laien.
Stelldichein der Landschaftsmaler
Die Landschaftsmalerei
kam seit Ende des 19. Jahrhunderts zunächst in England, dann auch in Frankreich und schließlich
in Deutschland zu neuer Blüte. Naturbeobachtung und
Freilichtmalerei boten ganz neue Möglichkeiten, Landschaftseindrücke
einzufangen. Die Maler trugen im Sommer ihre Staffeleien
ins Freie und malten nun mit Tubenfarben – das mühsame
Anreiben der Pigmente im Atelier war nicht mehr nötig.
Die Zivilisationsflucht aus den Großstädten
aufs Land und die Entwicklung des Fremdenverkehrs führten
die Maler aus den Städten auch an den Bodensee. Der
Untersee und die Insel Reichenau waren dabei bevorzugte
Ziele. 1898 heißt es in einer Zeitungsnotiz über
eine auf der Reichenau arbeitende Malergruppe: schon wochenlang
seien sie bemüht, der wunderbaren Pracht der Natur
auf der Insel „ein Andenken im Bild zu bewahren“.
Einer der ersten Intellektuellen, die sich auf der Halbinsel
Höri, dem heute so genannten Künstlerwinkel am
Untersee, niederließen, war Hermann Hesse. Zahlreiche
Dichter- und Malerfreunde folgten ihm. Politische Verfolgung
und ideologischer Druck während der Zeit des Nationalsozialismus
veranlassten später viele als „entartet“ verfemte
Künstler, sich in abgelegene Regionen zurückzuziehen.
So wurde die Halbinsel Höri am westlichen Untersee
auch durch ihre Nähe zur Schweiz, ein bevorzugtes
Refugium für
Künstler, darunter so berühmte Maler wie Otto
Dix, Erich Heckel und Hugo Erfurth. Auf der Schweizer Seite
des Untersees lebte der 1877 geborene Tagelöhner Adolf
Dietrich, der bis in die Zwanzigerjahre nur an Wochenenden
malte. Erst nachdem er in den Metropolen Paris, Berlin
und New York „entdeckt“ worden war, konnte
er sich nunmehr fast fünfzigjährig ganz der Malerei
widmen. Fünf Stationen der Kunstroute sind Hermann
Knecht aus Stein am Rhein gewidmet, dessen Ateliereinrichtung
und Bilder im Wohnmuseum Lindwurm besichtigt werden können.
Veranstaltungen, Ausstellungen, Atelierbesuche und Pauschalen
Künstlerisches Schaffen am Untersee unter dem Motto „Landschaft
erleben – Kunst entdecken“ steht auch im Mittelpunkt
von Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträgen oder
Führungen in der Region am westlichen Bodensee, beispielsweise
im Hermann-Hesse-Höri-Museum in Gaienhofen, in den
ehemaligen Wohnhäusern von Otto Dix in Hemmenhofen
und Adolf Dietrich in Berlingen oder im Museum Reichenau
und in der Villa Bosch in Radolfzell.
Die Broschüren zur Kunstroute und Infos zu Veranstaltungen,
Führungen und Pauschalen können kostenlos angefordert
werden.
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