Stundengebete der Benediktiner auf der Reichenau, ein
Tag mit Nonnen im Kloster Hegne, fromme Feste und Konzerte:
Der Untersee am westlichen Bodensee steht mit dem Thema „Klosterinseln – Klosterspuren“ ganz
im Zeichen monastischer Traditionen. Sie haben die Landschaft über
Jahrhunderte entscheidend geprägt – und das
nicht nur auf der Insel Reichenau!
Ausgestattet mit der Klosterrouten-Broschüre kann
der Gast ganz unabhängig von Terminen und Veranstaltungen
auf den Spuren der Mönche und Nonnen wandeln, die
am Untersee lebten und leben. Angefangen bei der Klosterinsel
Reichenau – im Mittelalter eines der bedeutendsten
Zentren für Kunst und Kultur in Europa – und
ihren drei romanischen Kirchen, führt die Route zum
(heute noch bestehenden) Nonnenkloster in Allensbach-Hegne,
nach St.Georgen in Stein am Rhein, zur Klosterinsel Werd
in Eschenz sowie zu ehemaligen Klosterkirchen und Gedenkstätten,
den Spuren klösterlichen Wirkens in der Region.

Fronleichnamsprozession auf der Insel Reichenau. Bild:
Tourismus Untersee e.V.
Die Broschüre informiert auch über besondere
kirchliche Feste, die von Ort zu Ort verschieden sind.
Drei traditionelle „Inselfeiertage“ mit festlichen
Prozessionen und historischen Trachten kennt etwa die Reichenau.
Radolfzell feiert beim „Hausherrenfest“ im
Juli ein ganzes Wochenende lang seine Stadtheiligen. Höhepunkt
ist die „Mooser Wasserprozession“: Festlich
mit Blumen geschmückte „Gundeln“ (so heißen
am Bodensee die Fischerboote) werden vom kleinen Höri-Ort
Moos nach Radolfzell gelenkt, um den Radolfzeller Stadtpatronen
für die Beilegung einer Viehseuche im 18. Jahrhundert
zu danken.
Urlauber können aber beispielsweise auch für
einen Tag „ins Kloster eintreten“ und in Allensbach-Hegne
am Tagesablauf der „Barmherzigen Schwestern vom Heiligen
Kreuz“ teilnehmen. Der „Tag im Kloster“ ist
auch Teil einer Pauschale des Verkehrsbüros Allensbach,
die neben drei Übernachtungen u.a. auch eine Kloster-Themenwanderung
mit Bodensee-Guide enthält.

Schwestern vom Kloster Hegne am Seeufer. Bild: Tourismus
Untersee e.V.
Zwei Benediktinermönche haben im Jahr 2004 auf der
Reichenau eine kleine Cella (Niederlassung) ihres Ordens
gegründet und damit die klösterliche Tradition
der Insel zu neuem Leben erweckt. Sie laden mehrmals zum
Gespräch „Benediktinisches Leben – was
ist das?“ in der Kirche St. Peter und Paul ein. Walahfried
Strabo, im 9. Jahrhundert Abt des Klosters Reichenau, war
ein großer Gartenliebhaber und hinterließ mit
dem parabelartigen Lehrgedicht „De Cultura Hortorum“ (Hortulus)
ein sehr genaues Bild seines Kräutergartens. Dessen
Rekonstruktion – in direkter Nachbarschaft zum romanischen
Mittelzeller Münster – wird Feriengästen
und interessierten Einheimischen bei Gartenführungen
nahe gebracht. Natürlich kann man auch die drei unter
UNESCO-Schutz stehenden romanischen Kirchen der Insel bei
Führungen näher kennen
lernen.
Führungen etwas anderer Art erleben Gäste im
ehemaligen Benediktinerkonvent St.Georgen im historischen
Stein am Rhein. Hier weiß ein nicht ganz echter „Klosterbruder
Martinus“ Wissenswertes und Erheiterndes über
die Entstehung der Abtei, den mittelalterlichen Mönchsalltag
und die Verwendung klösterlicher Arzneimittel zu berichten.

Mönch auf der Insel Werd. Bild: Tourismus Untersee
e.V.
Etwas seeaufwärts führt vom schweizerischen
Seeufer ein hölzerner Steg auf die mitten im Fluss
gelegene Klosterinsel Werd. Auf dem gerade einmal 5.500
Quadratmeter großen Eiland lebt eine kleine Kommunität
Franziskaner. Sie lädt zum Clean Open Air bei fetziger
Rock-Musik ohne Alkohol und Drogen.
Auch das Weltkloster Radolfzell gehört zum klösterlichen
Themenkreis am Untersee. Das Weltkloster geht auf eine
Initiative des Theologen Hans Küng und der Stadt Radolfzell
zurück, die auf dem Areal des ehemaligen Radolfzeller
Kapuzinerklosters ein Zentrum für den friedlichen
Austausch zwischen den Religionen schaffen.
Bei geschichtlichen Rundgängen durch das ehemalige
Klosterareal von Öhningen erfährt der Gast viel
Wissenswertes über diese schon von weitem zu sehende
frühere Klosteranlage gleich an der schweizerischen
Grenze gelegen.
Der Klosterrouten-Führer sowie die Broschüre “Der
Untersee – Kulturregion am Bodensee“ mit Hinweisen
zu aktuellen Veranstaltungen und Angeboten kann kostenlos
angefordert werden
|