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Die
heutige Stadt Pfullendorf geht auf zwei verschiedene Siedlungskerne
zurück, zum einen auf das alte Dorf Pfullingen, das bis
um 1400 bestand, zum anderen auf eine im 12. Jahrhundert
entstandene Marktsiedlung im unmittelbaren Vorfeld der Burg
der Grafen von Pfullingen. Diese war ein Zweig der seit
der karolingischen Zeit hier im Bodenseeraum reich begüterten
Familie der Udalrichinger, deren bedeutendster Vertreter,
Graf Rudolf von Pfullingen, zugleich ihr letzter war und
den Besitz 1180 an den Stauferkaiser Friedrich I. vererbte.
Dieses Schicksal teilte auch die nur wenige Kilometer entfernte
Burg Ramsberg.
Um die Verluste während der Zeit der Doppelwahl nach 1198
wettzumachen, erhob Friedrich II. den Ort zur Stadt und
ließ sie mit einer Mauer umgeben.
Mit dem Ende der Staufer gewann die Stadt die Reichsfreiheit
und gab sich 1383 eine Verfassung, in der die Zünfte dominierten
und die bis zum Ende des Alten Reichs 1803 galt. Diese "demokratische"
Zunftverfassung sah, wie in vielen anderen Städten, eine
jährliche Bürgermeisterwahl sowie einen ebenfalls jährlich
gewählten 50-köpfigen "Großen Rat", der die ausübende Gewalt
besaß, und einen "Kleinen Rat" mit 17 Mitgliedern vor.
Der Mauerring des 14. Jahrhunderts gab der Stadt ihre Ausdehnung
bis in die Gegenwart vor.
Das bereits vor 1257 gegründete Heilig-Geist-Spital gehörte
zu den reichsten sozialen Einrichtungen seiner Art in Süddeutschland.
Ein Kloster der Dominikanerinnen wurde 1255, eines der Franziskanerinnen
1350 gegründet. Beide wurden 1803 aufgehoben.
Nach dem Übergang an Baden wurde Pfullendorf Sitz eines
badischen Bezirksamts, kam bei dessen Auflösung 1936 zum
Landkreises Überlingen und 1973 im Rahmen der Kreisreform
zum Landkreis Sigmaringen und damit zum Regierungsbezirk
Tübingen.
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